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The Joshua Tree
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The Joshua Tree ist das fĂŒnfte Studioalbum der irischen Rockband U2 und wurde am 9. MĂ€rz 1987 von dem Label Island Records veröffentlicht. Die Produzenten waren Brian Eno und Daniel Lanois. Gewidmet ist das Album Bonos Freund und Roadie Greg Carroll, der 1986 im Alter von 26 Jahren bei einem Motorradunfall in Dublin starb.

Die Band verbindet bei The Joshua Tree den selbstbewusst-aggressiven Ton der Alben Boy und War sowie den eher stimmungsvollen und verĂ€stelten Ansatz von October und The Unforgettable Fire mit einer erhöhten Experimentierfreudigkeit sowie einfachen Melodien und musikalischen Strukturen.cite-ref-pond-1-0[1] The Joshua Tree erhielt 2003 vom Rolling Stone den 26. Platz unter den 500 besten Alben der Popmusik.cite-ref-2[2] 2020 wĂ€hlten die Redakteure des BBC Radio das Album als „beste Platte der 1980er-Jahre“.cite-ref-3[3]

Mit ĂŒber 25 Millionen VerkĂ€ufencite-ref-irishnews-4-0[4] gehört The Joshua Tree zu den weltweit erfolgreichsten Musikalben.

Contents

‱ Geschichte
‱ Amerika
‱ Verlust
‱ Greg Carroll
‱ Cover
‱ Rezeption
‱ Kritiken
‱ Musikpreise
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geschichte

Nachdem U2 mit dem 1984 erschienenen Album The Unforgettable Fire und dem Live-Aid-Konzert im Juli 1985 einen ersten Karrierehöhepunkt erreicht hatte, begann die Band 1985 mit der Realisierung des Nachfolgealbums. Um eine angenehme ArbeitsatmosphĂ€re zu schaffen, nahm die Band das Album nicht in einem Tonstudio, sondern in einem abgelegenen Haus (Danesmoate House) auf, in dem inzwischen der Bassist Adam Clayton lebt. Zu dieser Zeit empfanden die Bandmitglieder die Entwicklung der Musik der 1980er-Jahre als eher negativ. Deshalb wollten sie ihrem neuen Album ein neuartiges Klangbild geben. Adam Clayton Ă€ußerte sich dazu wie folgt:

„Meiner Meinung nach fĂŒhlten wir uns mit dem, was zu dieser Zeit musikalisch passierte, ĂŒberhaupt nicht verbunden, es war die Zeit des Synthie Pops. New Wave als amerikanische Antwort darauf hatte in Amerika noch nicht so richtig eingeschlagen, vielleicht waren A Flock of Seagulls gerade am Start, jedenfalls gab es bereits kleine Versuche, musikalisches Neuland zu erreichen.cite-ref-5[5]“

Das Album fĂŒhrt die akustischen Experimente von The Unforgettable Fire fort. So beginnt beispielsweise der erste Albumtitel Where the Streets Have No Name mit einer sanften Orgeleinleitung, Ă€hnlich dem Ende von MLK, dem letzten Song des Albums The Unforgettable Fire, ĂŒber die der Gitarrist The Edge ein einfaches, echogeladenes Arpeggio spielt. Dabei lĂ€sst er jede einzelne Note zwei- bis dreimal erklingen, was ein sehr dichtes Klangbild zur Folge hat. Dies wird durch eine Aufteilung (Splitting) des Eingangssignals in mehrere Einzelsignale erreicht, die dann mittels Verzögerungstechniken (Delay) zwischen 200 und 600 ms gegeneinander versetzt aufgenommen werden. Die einzelnen Echos wechseln dabei im Stereopanorama zusĂ€tzlich abwechselnd von rechts nach links.cite-ref-6[6]

With or Without You, die erste Single des Albums und einer der bekanntesten Songs der Band, nutzt die oben erwĂ€hnte von Michael Brook entwickelte Technik namens „infinite guitar“, bei der ein auf das Feedback reagierender elektronischer Sensor die Erzeugung einer beliebig langen Ausklangsphase des Tones samt einer VerĂ€nderung der Obertonstruktur mittels eines Equalizers ermöglicht.

Musikalisch begann die Band amerikanischen Folk und Blues in ihr Songwriting mit einzubeziehen. Dieser Einfluss ist vor allem in der Ballade Running to Stand Still erkennbar, in der es um die Drogenproblematik in Dublin geht,cite-ref-stokes-7-0[7] und im Blues Trip Through Your Wires.

Der Rolling Stone bezeichnete das Album als eines der „drei Meisterwerke“ der Band, neben Achtung Baby und All That You Can’t Leave Behind; es tauchte auch in der Rolling-Stone-Liste der „500 besten Alben aller Zeiten“ auf Platz 26 auf. 2001 wurde The Joshua Tree vom CCM Magazine auf Platz 6 in der Liste der „bedeutendsten zeitgenössischen christlichen Musikalben aller Zeiten“ gewĂ€hlt.

Dem Album folgte die weltweit ausverkaufte Joshua Tree Tour. Die Videos zu With or Without You und Where the Streets Have No Name (Regie: Meiert Avis) sowie zu I Still Haven’t Found what I’m Looking For (Regie: Barry Devlin) wurden auf MTV ausgestrahlt.

Themen und Titelliste

Die elf Titel des Albums umkreisen einzelne Themengebiete und deren Beziehungen zueinander mit unterschiedlichen sprachlichen und musikalischen Gestaltungsmitteln.

Auf einer realen Ebene handelt das Album von der Aussöhnung mit dem Tod von Greg Carroll. Dies stellt sich auf einer allgemeingĂŒltigeren Ebene als eine Meditation ĂŒber Verlust und Erlösung dar, welche sich zum Beispiel in den Symbolen von Wasser und WĂŒste sowie diversen biblischen BezĂŒgen ausspricht.

Aus einer eher politisch-sozialen Sichtweise lobt und kritisiert das Album die USA sowohl ideell als auch in seinen realen Erscheinungsformen als ein gespaltenes, eher „fragwĂŒrdiges Land“. Der gleiche Konflikt wird wiederum in Liedern, welche die „menschliche Zerrissenheit“ schildern, aus einem eher persönlichen Blickwinkel reflektiert.

Der Produzent Brian Eno beschreibt dies zusammenfassend in folgenden Worten: „Das Ergebnis ist einfach eine reiche und dicht verflochtene HĂŒlle, die Album genannt wird.“cite-ref-8[8]

Politisches und Soziales

Das Album The Joshua Tree ist stark von U2s politischem und sozialem Engagement geprÀgt. Es werden Themen aufgegriffen, die im Album War, bei dem es zum Beispiel um den Nordirlandkonflikt (Sunday Bloody Sunday) oder die Gefahr eines Atomkrieges (Seconds) ging, nicht behandelt wurden.

Bullet the Blue Sky ist ein Angriff auf die damalige US-amerikanische Politik im mittelamerikanischen Staat El Salvador. Die USA unterstĂŒtzten dort gegen erhebliche innen- und außenpolitische WiderstĂ€nde die rechtsgerichtete, diktatorische MilitĂ€rregierung. Diese fĂŒhrte einen Schmutzigen Krieg gegen AufstĂ€ndische und politische Gegner und ermordete dabei Anfang der 1980er-Jahre etwa 40.000 Oppositionelle – etwa 0,8 % der Bevölkerung – quasi unter den Augen der zahlreichen US-MilitĂ€rberater.cite-ref-atlantic-9-0[9] Die auf den – von der US-Regierung offiziell bestrittenen bzw. verharmlostencite-ref-10[10] – Massenmord an den Oppositionellen folgende relative innenpolitische Ruhe in El Salvador erklĂ€rte die Reagan-Regierung der amerikanischen Öffentlichkeit mit der NotlĂŒge, dass die erfolgreich durchgefĂŒhrte Landreform der dortigen Regierung zu einer allgemeinen Befriedung gefĂŒhrt habe.cite-ref-atlantic-9-1[9] Zur Zeit der Entstehung des Albums 1987 war die staatliche, US-gestĂŒtzte UnterdrĂŒckung noch in vollem Gang, bis Ende des Jahrzehnts stieg die Opferzahl auf etwa 70.000. Das Lied nutzt zur UnterstĂŒtzung der textlichen Aussage einen aggressiven Schlagzeugrhythmus, eine dominante Bassline und einen klagenden Gitarrensound, der an das GerĂ€usch fallender Bomben erinnert ().

Dies liegt auch daran, dass das Lied aus zwei Aufnahmen besteht, die – auf The Edges Wunsch – ineinander ĂŒbergehen, was in der damaligen Zeit (ohne Sampler) technisch nur schwer zu realisieren war und zu Ungenauigkeiten in Bezug auf das Timing fĂŒhrte. Die Intentionen der Band werden auch an der Tatsache ersichtlich, dass sie diesen Titel auf der folgenden Tour mit einer Einspielung von Jimi Hendrix’ Version von The Star-Spangled Banner begannen.

Der Song Mothers of the Disappeared ist eine Klage fĂŒr die MĂŒtter der zehntausenden „Desaparecidos“ (aus dem Spanischen, wörtlich: „Die Verschwundenen“) – meist völlig unschuldigen Menschen, die in den 1970er- und 1980er-Jahren von lateinamerikanischen MilitĂ€rdiktaturen als angebliche Staatsfeinde heimlich entfĂŒhrt und dann meist gefoltert und umgebracht wurden. Das bekannteste Beispiel ist die argentinische MilitĂ€rdiktatur unter Videla und Galtieri ab 1976, Bono war sehr beeindruckt gewesen von der dortigen MĂŒtterorganisation Madres de Plaza de Mayo. Auf spĂ€teren Konzerten in SĂŒdamerika wurden als Protest gegen die erneute Wahl des – ebenso wie die Argentinier belasteten – chilenischen Generals Augusto Pinochet in den dortigen Senat einige der MĂŒtter auf die BĂŒhne geholt, die dort Bilder ihrer verschwundenen Angehörigen und Freunde hochhielten. Bono wurde auch durch Reisen nach El Salvador und Nicaragua zu diesem Song inspiriert, womit ein enger Zusammenhang mit dem politischen Thema von Bullet the Blue Sky (siehe oben) besteht.

Der Titel Red Hill Mining Town wurde vom mit einer Niederlage der Gewerkschaft endenden Bergarbeiterstreik der britischen National Union of Mineworkers im Jahr 1984 inspiriert. Die Band legte dabei den Schwerpunkt eher auf die Schilderung der persönlichen und familiÀren Auswirkungen als auf politisch-soziale Analyse oder Anklage.cite-ref-11[11]

ZusĂ€tzlich zur politischen Thematik gibt es viele persönliche Songs. Zum Beispiel I Still Haven’t Found What I’m Looking For, in dem es um Bonos innere KĂ€mpfe in Bezug auf Glaube und Versuchung geht, oder Where the Streets Have No Name, in dem Ausbruchsversuche der Jugend aus einer als „anonym empfundenen Großstadt“ beschrieben werden.

Wasser und WĂŒste

Zahlreiche Aspekte des Albums sind mit den Themen Wasser und WĂŒste verbunden. Auf dem Cover ist beispielsweise eine Schwarz-Weiß-Fotografie der Band im Death-Valley-Nationalpark in der WĂŒste von Kalifornien zu sehen, die Anton Corbijn produzierte. Auch der titelgebende Joshua Tree selbst verweist auf die Thematik der WĂŒste.

DarĂŒber hinaus gibt es im ganzen Album eine Vielzahl von lyrischen BezĂŒgen zu Wasser und WĂŒste. Es sind 46 zu den Wörtern

rain, raining, rainin’, rainfall, flood, water, well, sea, ocean und river

und 17 zu den Begriffen

desert, dry, plain, heat, dust, sunlight und sun.

Am auffĂ€lligsten sind diese BezĂŒge bei dem Lied In God’s Country. Alleine schon in den ersten vier Versen gibt es eine Vielzahl von Anspielungen auf Wasser und WĂŒste:

“Desert sky, dream beneath the desert sky The rivers run but soon run dry We need new dreams tonight Desert rose, dreamed I saw a desert rose 
”

Wasser und WĂŒste, die schon im Alten Testament verwendeten poetischen Metaphern fĂŒr Leben und Tod, Verlust und Erlösung und andere diametral entgegengesetzte, aber dennoch aufeinander bezogene Begriffe werden zur Darstellung verschiedenster Inhalte verwendet. ZusĂ€tzlich stellen sie eine cineastische Verbindung zum amerikanischen SĂŒdwesten dar, der eine filmhafte Kulisse fĂŒr die Musik bildet – „eine Leinwand auf die gemalt wird“ (Bono). Damit sollen Assoziationen zu Begriffen wie LĂ€ndlichkeit, Reinheit, Erdverbundenheit, Frömmigkeit geweckt werden, um das „Blues- und Country-Feeling“ zu verstĂ€rken.

Amerika

Als die Band mit der Arbeit am Album begann, kam das GesprĂ€ch auf Amerika und im Besonderen auf die WĂŒste im SĂŒdwesten. Schließlich beschlossen die Bandmitglieder, den Schauplatz ihres Albums dorthin zu verlegen, und sprachen mit dem Produzenten Brian Eno ĂŒber den „filmischen Aspekt von Musik, wo 
 wo Musik tatsĂ€chlich eine Landschaft oder einen Ort vor dem geistigen Auge entstehen lassen kann und 
 dich wirklich dorthin bringen kann.“cite-ref-12[12]

Außerdem hatte zu dieser Zeit die amerikanische Literatur einen großen Einfluss auf die Bandmitglieder. The Edge erklĂ€rte in einem Interview, dass sie damals Kurzgeschichten von Raymond Carver, Norman Mailers The Executioner’s Song und andere amerikanische Werke lasen, welche die Band zu eigenen literarischen Anstrengungen animierten.cite-ref-13[13]

DarĂŒber hinaus begannen die Bandmitglieder, sich mit den amerikanischen Musiktraditionen wie Blues, Gospel, Soul, Rhythm and Blues und Country-Musik auseinanderzusetzen – Genres, mit denen sie bis zu dieser Zeit kaum Kontakt gehabt hatten.

So erinnert folgende Stelle aus dem Lied Running to Stand Still mit ihrer schlichten Begleitung und der melodiefĂŒhrenden Mundharmonika an wiederum auf Ă€ltere Vorbilder, Woody Guthrie und andere, zurĂŒckgehende, zur selben Zeit zum Beispiel von Bruce Springsteen aufgenommene Titel. Erst der Produzent Daniel Lanois brachte Bono den Geist der Gospelmusik nĂ€her. In einem Interview sagte er dazu:

„Ich mochte Gospelmusik schon immer und 
 ich habe Bono ermutigt, es damit zu versuchen, was er dann auch tat. Es war zu dieser Zeit total ungewöhnlich fĂŒr U2, sich mit Gospel zu beschĂ€ftigen, aber ich glaube, es hat ihnen ein paar neue Perspektiven eröffnet.cite-ref-14[14]“

Nach diesen anfĂ€nglichen „StreifzĂŒgen“ in die Vielfalt amerikanischer Musik, Literatur und Geografie erkannten die Bandmitglieder, dass sie widersprĂŒchliche GefĂŒhle fĂŒr das Land hegten. Befreiend als Idee und Platz zum Leben, beklemmend durch seine MachtfĂŒlle, seinen Einfluss und seine kontrovers bewertbare Außenpolitik. Ein Namensentwurf fĂŒr das Album war „Die zwei Amerikas“, beeinflusst durch die Faszination und den starken Zweifel an Amerika und auch durch Bonos Reise nach El Salvador, wo er Augenzeuge eines amerikanischen Bombardements wurde.cite-ref-cocks-15-0[15]

Verlust

Viele der Lieder drĂŒcken einen subjektiv als groß empfundenen „Schmerz“ aus. Bono sagte dazu Folgendes:

„Ich denke, man kann The Joshua Tree nicht als irisch in irgendeinem offensichtlichen Sinn bezeichnen 
 aber auf eine sehr viel weniger 
 auf eine viel geheimnisvollere Weise ist es doch sehr irisch. Der Schmerz und die Melancholie, das ist typisch irisch.cite-ref-16[16]“

Laut Aussage des Co-Produzenten Daniel Lanois singt Bono bei den meisten Songs des Albums

„[
] an seiner oberen Grenze. Das ist etwas sehr Bezwingendes, wissen Sie, an Leuten, die sich selbst pushen
 Es ist fast, wie wenn man Aretha Franklin hört [
].cite-ref-17[17]“

Des Weiteren unterstĂŒtzt The Edges Gitarrenspiel das GefĂŒhl des Fehlens eines „Etwas“, da er bei einigen Liedern die fĂŒr die Bestimmung des Tongeschlechts (Dur- oder Mollklang) entscheidende Terz der Akkorde weglĂ€sst. Dadurch entsteht ein GefĂŒhl der Ungewissheit, der Mehrdeutigkeit und des Fehlens.

Ein Beispiel hierfĂŒr ist die Strophe des Songs I Still Haven’t Found What I’m Looking For, in dem die Gitarrenbegleitung hauptsĂ€chlich auf Quinten beruht und die Terz meidet. Als umso „befreiender“ wird danach der in klarer TonalitĂ€t (Tonika Des-Dur, Dominante As-Dur, Subdominante Ges-Dur und Tonika Des-Dur) und mit zusĂ€tzlichen KeyboardklĂ€ngen verstĂ€rkte Refrain empfunden. ()

All diese Aspekte – Bonos doppeldeutige Texte und sein die Musik zusammenhaltender Gesang, The Edges dĂŒnnes und Ă€therisches Gitarrenspiel und Adam Claytons und Larry Mullen Juniors Rhythmusbasis – erschaffen ein GefĂŒhl des „Mysteriösen, Doppeldeutigen und Unsicheren“.

Dunkle Seiten

Auch im bisherigen Schaffen der Band eher selten thematisierte „dunkle menschliche AbgrĂŒnde“ werden aufgegriffen. So schildert Exit einen Mann, der aufgrund religiöser Verblendung bzw. Psychose gewalttĂ€tig wird. Ob dies schließlich zu Mord oder Selbstmord fĂŒhrt, lĂ€sst der Text offen. Musikalisch wird dies durch extreme Wechsel und Steigerungen in Bezug auf Dynamik und Instrumentation, monoton wirkende, fast rein rhythmische Figuren sowie ungewohnte KeyboardklĂ€nge erreicht. So wechselt in folgendem Ausschnitt ein gleichförmiger, aus kleinen und großen Terzen gebildeter Rhythmus-Pattern mit einem sparsamer instrumentierten, nur von zwei KeyboardklĂ€ngen gebildeten Teil. Dieser wird bezeichnenderweise durch das in der Musikgeschichte hĂ€ufig als teuflisch empfundene Intervall des Tritonus gebildet, um danach in harmonisch „entspannende“, primĂ€r rhythmisch gebaute Gebilde ĂŒberzugehen.

Ein weiteres Lied, in dem eine dunkle Seite aufscheint, ist Running to Stand Still. Das Lied beruht auf der wahren Geschichte eines Paares, das wegen seiner DrogenabhĂ€ngigkeit weder Geld noch ein Dach ĂŒber dem Kopf hat. Der Mann setzt schließlich alles auf eine Karte, indem er eine große Menge an Heroin nach Dublin schmuggelt und somit eine lebenslange GefĂ€ngnisstrafe riskiert. Die Geschichte spielt an einem Ort namens Ballymun the 7 Towers. Bono sagt in einem Interview folgendes dazu:

„Es gibt da einen Platz namens Ballymun the 7 towers 
 und er war sozusagen in unseren Hintergarten und wir spielten dort oft als Kinder. Dort gab es die grĂ¶ĂŸten Drogenprobleme.cite-ref-18[18]“

Der Titel Running to Stand Still geht auf Bonos im Computerbusiness beschĂ€ftigten Bruder zurĂŒck, welcher sagte, dass es ihm vorkomme, als ob er „renne, um stillzustehen“, da durch die hohen Rechnungen von seinem Lohn nichts ĂŒbrig bliebe.

Greg Carroll

Greg Carroll, ein Māori aus Neuseeland, war Bonos persönlicher Assistent und enger Freund und ist in vielen Videos der Konzerte der Unforgettable Fire Tour in Europa, im Musikvideo zu dem Lied Bad und bei der Vorstellung der Band beim Live Aid Event 1985 zu sehen. Am 3. Juli 1986 starb Greg Carroll bei einem Motorradunfall in Dublin. Der tödliche Unfall ereignete sich, als Greg Carroll im Auftrag von Bono unterwegs war, um verschiedene Besorgungen zu machen. Die Band traf ihn 1984 zu Beginn der Tour in Auckland (Neuseeland), wo es eine ganze Reihe HĂŒgel vulkanischen Ursprungs gibt. Am ersten Abend fĂŒhrte Greg Carroll Bono auf einen der bekanntesten der vulkanischen HĂŒgel, den One Tree Hill. Der One Tree Hill besitzt eine charakteristische, weithin sichtbare Silhouette, geprĂ€gt durch ein Steinmonument und einen damals noch vorhandenen Baum. An dieses Treffen soll das gleichnamige Lied erinnern. Schließlich beschloss die Band ihn einzuladen, sich ihrer Tournee anzuschließen. Bono sagte spĂ€ter in einem Interview dazu folgendes:

„Und in meiner ersten Nacht in Neuseeland nahm mich Greg zum One Tree Hill mit. Er arbeitete in der Musik- und Medienszene und Paul McGuinness dachte sich, dass dieser Junge zu pfiffig ist, wir können ihn nicht hier lassen, lasst ihn uns nach Australien mitnehmen.“cite-ref-stokes-7-1[7]

Carrolls Tod ist ein weiteres gemeinschaftliches Erlebnis, das die Band bei der Realisierung des Albums beeinflusst hat. Neben dem Lied One Tree Hill ist das ganze Album dem Andenken Greg Carrolls gewidmet. Der Baum, der auf dem One Tree Hill stand, wurde im Jahre 2000 aus SicherheitsgrĂŒnden gefĂ€llt. Im selben Jahr ist auch der Joshua Tree, der auf dem Plattencover abgebildet ist, abgestorben und umgefallen.cite-ref-u2faq-19-0[19]

Religiöses

Der hebrĂ€ische Name Joshua (ڙְڔڕÖčŚ©Ö»ŚŚąÖ·), der Name fĂŒr Josua, der Sohn des Nun, Moses Nachfolger und FĂŒhrer der Israeliten, der im Alten Testament erwĂ€hnt ist, bedeutet in der griechischen BibelĂŒbersetzung Jesus (Î™Î·ÏƒÎżÏ…Ï‚).

Seinen Namen erhielt der Joshua Tree von durchziehenden Mitgliedern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), welche die dĂŒnnen ausgestreckten Äste des Baumes mit den zum Himmel empor gestreckten Armen des alttestamentlichen VolksfĂŒhrers Josua verglichen.

Der religiöse Bezug ist in mehreren Titeln greifbar. In God’s Country wird auf die Geschichte von Kain und Abel verwiesen („I stand with the sons of Cain“). With or Without You spielt auf Jesu Dornenkrone an. I Still Haven’t Found What I’m Looking For ist dem Sprachduktus der Psalmen nachgebildet, wie eine GegenĂŒberstellung des Songtextes mit Psalm 69,2 zeigt:cite-ref-20[20]

„I have kissed honey lips – Felt the healing in her fingertips – It burned like fire – This burning desire – I have spoken with the tongue of angels – I have held the hand of the devil – It was warm in the night“ (I Still Haven’t Found What I’m Looking For)

„I sink in deep mire – where there is no foothold – I have come into deep waters – and the flood sweeps over me – I am weary with my crying – 
“ (Psalm 69,2)cite-ref-21[21]

Cover

FĂŒr die Gestaltung des Covers wurde der langjĂ€hrige Fotograf der Band Anton Corbijn engagiert. Die Band reiste mit dem hollĂ€ndischen Fotografen im Dezember 1986 fĂŒr drei Tage in die Mojave-WĂŒste von Kalifornien, um ein passendes Motiv fĂŒr das Cover zu finden. Am Abend des ersten Tages erzĂ€hlte Corbijn Bono von seiner Idee, auf dem Cover im Vordergrund einen Joshua Tree und im Hintergrund die Band abzubilden.

„[Am nĂ€chsten Morgen] kam [Bono] mit einer Bibel herunter [
] und suchte die Stelle [ĂŒber Joshua] in der Bibel und es bedeutete eine Menge fĂŒr ihn. Er dachte, es sollte möglicherweise der Titel eines Albums sein [
]cite-ref-22[22]“

Danach machten sich die Band und der Fotograf auf die Suche nach einem Joshua Tree. Schließlich fanden sie einen allein stehenden Baum, was insofern erstaunlich war, als diese Art von BĂ€umen normalerweise nur in Gruppen und nicht alleine wĂ€chst. Wohl um ein gewisses Numinosum zu bewahren, verrieten weder die Band noch der Fotograf bis heute, wo der besagte Baum zu finden ist.cite-ref-23[23] Dennoch machten sich einige Fans der Band auf die Suche und entdeckten schließlich auch den Baum, der mittlerweile wegen seiner GrĂ¶ĂŸe und seines hohen Alters im Jahr 2000 abgestorben und umgefallen ist. Verschiedene Fans haben den Baum auch in den folgenden Jahren wieder aufgesucht. Etliche ErinnerungsstĂŒcke haben sie dabei zurĂŒckgelassen. So befindet sich dort ein Logbuch, in das sich Fans eintragen können, und auch eine im Boden eingelassene Gedenktafel mit der Abbildung des Baumes und dem Schriftzug „Have you found what you are looking for?“. Der Baum befindet sich ungefĂ€hr an der Stelle folgender Koordinaten: the-joshua-tree-u236° 19â€Č 51,04″ N, 117° 44â€Č 43,08″ W36.330844444444-117.7453. Von den dort zu findenden Überresten des Baumes war von einem Fan ein Teil abgesĂ€gt worden, um einen kleinen Teil davon als Souvenir nach Hause zu nehmen.cite-ref-24[24] Nachdem dies im Februar 2015 von einem Fan entdeckt und publiziert worden war, reiste ein anderer Fan am Abend des dritten Mai zu den Überresten des Baumes und schraubte den abgesĂ€gten Teil wieder an.cite-ref-25[25]

Neben dem Bild auf der RĂŒckseite der LP, das den Joshua-Baum zeigt, gibt es ein Coverfoto, auf dem eine Schwarz-Weiß-Fotografie der Band im Death-Valley-Nationalpark in der WĂŒste von Kalifornien abgebildet ist. Das Foto der Band wurde unterhalb des Aussichtspunktes Zabriskie Point gemacht. Die Koordinaten der Aufnahme sind: the-joshua-tree-u2-cover36° 25â€Č 12,18″ N, 116° 48â€Č 49,62″ W36.42005-116.81378333333.

Weitere Fotos fĂŒr die LP, fĂŒr Promotionmaterial und fĂŒr die Cover der Singles wurden an verschiedenen Stellen innerhalb des Death Valley, vor dem Harmony Hotel in dem Ort Twentynine Palms, in der NĂ€he des Death-Valley-Nationalparks in Bridgeport, Kalifornien und in der Geisterstadt Bodie in Kalifornien gemacht.

Veröffentlichungen

Am 9. MĂ€rz 1987 veröffentlichte U2 das Album The Joshua Tree. In den folgenden Monaten erschienen international die Singles With or Without You, I Still Haven’t Found What I’m Looking For und Where the Streets Have No Name. ZusĂ€tzlich wurden In God’s Country als vierte Single in Nordamerika und One Tree Hill als vierte Single in Neuseeland veröffentlicht.

UrsprĂŒnglich war auch das Lied Red Hill Mining Town als Single geplant, bis wĂ€hrend der Proben fĂŒr die Joshua Tree Tour offenbar wurde, dass Bono die hohen Noten des Songs nicht treffen konnte. Dies fĂŒhrte dazu, dass dies der einzige Song des Albums war, der wĂ€hrend der Tour nicht gespielt wurde.

Die ursprĂŒngliche CD-Pressung des Albums indizierte fĂ€lschlicherweise das Ende von One Tree Hill auf 4â€Č43″ und den Anfang von Exit auf 4â€Č53″. Die Ursache war eine abschließende, ruhigere Strophe von One Tree Hill („Oh, great ocean 
“), welche dem verstummenden und scheinbar endenden Lied angehĂ€ngt ist. Deshalb wurde diese Strophe lange dem Lied Exit zugerechnet, obwohl dies in starkem Widerspruch mit dem Klang und der Aussage dieses Songs steht. Der Fehler wurde in neueren Editionen korrigiert.

1996 brachte das Remaster-Label Mobile Fidelity Sound Lab eine 24 Karat Gold-CD des Albums heraus. Diese Edition hat leicht abgeÀnderte Laufzeiten. 1999 erschien die DVD The Joshua Tree aus der Reihe Classic Albums, die sich mit der Entstehung des Albums beschÀftigt und viele Interviews enthÀlt.

Am 16. Oktober 2007 bestĂ€tigte Billboard die US-Veröffentlichung einer 20-jĂ€hrigen JubilĂ€umsausgabe der Platte zum 20. November 2007. In Deutschland und Österreich wurde das Album am 7. Dezember 2007 veröffentlicht. In der restlichen Welt erschien die Platte am 3. Dezember 2007. Das Album kam, neu gemastert und mit Bonusmaterial versehen, in verschiedenen Formaten auf den Markt. In Deutschland als Einzel-CD, Doppel-CD mit B-Seiten der Singles und unveröffentlichten Liedern auf der Zusatz-CD, als Limited Edition Doppel-CD im Karton mit zusĂ€tzlicher DVD, Buch und Kunstdrucken und als Doppel-Vinyl-LP.

Erstmals wird in dieser Veröffentlichung das ursprĂŒngliche Foto von Anton Corbijn auch fĂŒr das Cover der CD verwendet, wie es am Zabriskie Point 1986 aufgenommen und fĂŒr das Vinyl-LP-Cover verwendet worden war. Corbjin hatte sich immer gegen das verzerrte CD-Cover-Foto ausgesprochen und auch in seinem Buch U2 & i. Die Photographien 1982–2004 geschrieben, dass er sich weiter fĂŒr das Originalfoto des Fotoshootings auf dem Cover einsetzen werde.

Bonus-DVD U2 Live From Paris

1. I Will Follow
2. Trip Through Your Wires
3. I Still Haven’t Found What I’m Looking For
4. MLK
5. The Unforgettable Fire
6. Sunday Bloody Sunday
7. Exit
8. In God’s Country
9. The Electric Co.
10. Bad
11. October
12. New Year’s Day
13. Pride (In the Name of Love)
14. Bullet the Blue Sky
15. Running to Stand Still
16. With or Without You
17. Trash, Trampoline and the Party Girl
18. 40
19. Outside, It’s America – Documentation
20. With Or Without You (Alternative Video)
21. Red Hill Mining Town (Video Unreleased)

Rezeption

Kritiken

Der Rolling Stone-Kritiker Steve Pond lobt The Joshua Tree als abwechslungsreichstes, differenziertes und trotzdem am leichtesten zugĂ€ngliches Album der Band und erkennt eine starke SpiritualitĂ€t. Bei With or Without You wird die behutsame Steigerung bis zum Höhepunkt im Sinne von Ravels Bolero gelobt. Metaphern wie „Feuer“, „Regen“ und „WĂŒste“ verlören jedoch durch allzu hĂ€ufige Verwendung ihre Eindringlichkeit. Der Gefahr eines Plagiats von Springsteens Born in the USA und einer Entwicklung zum martialischen Stadionrock sei die Band aus dem Weg gegangen.cite-ref-pond-1-1[1]

Jay Cocks, ein Kritiker des Time Magazines, bezeichnet The Joshua Tree als das bisher beste Album von U2 und lobt insbesondere das innovative Klangbild sowie das politische und soziale Engagement, das sich in Songs wie Bullet the Blue Sky oder Mothers of the Disappeared zeige. Wie im Rolling Stone wird die sich durch das ganze Album ziehende SpiritualitĂ€t hervorgehoben, welche sich in vielen Songzeilen spiegele. Der britische Musiker Elvis Costello sagte folgendes dazu: „U2 is what church should be.“ Bei I Still Haven’t Found What I’m Looking For lobt er vor allem die eingĂ€ngige Melodie. Abschließend preist Jay Cocks etwas ĂŒberschwĂ€nglich U2s Musik als eine „Rettungsleine“, deren Melodien die Bewusstseinsschwelle des Publikums ĂŒberschreiten und sich in den TrĂ€umen der Zuhörer einnisten.cite-ref-cocks-15-1[15]

Der Boston-Globe-Kritiker Steve Morse hebt die neuen musikalischen Richtungen und Stilmittel, wie die Einbindung von Orchestermusik/Instrumenten oder auch von CountryklÀngen hervor. Bonos Gesang und The Edges vielseitige Gitarrensoli werden ebenfalls positiv hervorgehoben. Einziger Kritikpunkt ist die zu offensichtliche christliche Symbolik, die allerdings durch das gute Zusammenspiel zwischen Musik und Text zum Teil wieder entschuldigt wird. Das Ende des Titels One Tree Hill erinnert den Kritiker an Soul-Musik von Otis Redding und die Inbrunst religiöser Hymnen wie Amazing Grace.cite-ref-morse-26-0[26]

Eine negative Bewertung erfÀhrt das Album in Eric Waggoners parodistischem Buch Hall of Shame, in dem Bonos Gesang mit dem Gejaule einer Katze verglichen wird, der man gerade auf den Schwanz getreten sei.

Auch Diedrich Diederichsen nahm im Magazin Spex seinerzeit einen Verriss vor.cite-ref-27[27]

Musikpreise

MTV Awards 1987

‱ With or Without You (Single): Viewer’s Choice Award

Rolling Stone Magazine 1987

‱ The Joshua Tree (Album): Best Album, Best Album Cover, Best Producer (Daniel Lanois / Brian Eno), Best Songwriter (Bono)
‱ With or Without You (Single): Best Single, 2nd Best Video
‱ Where The Streets Have No Name (Single): 2nd Best Single, Best Video
‱ I Still Haven’t Found What I’m Looking For (Single): 3rd Best Single

Grammy Awards 1987

‱ The Joshua Tree (Album): Best Album
‱ The Joshua Tree (Album): Best Rock Performance By A Duo Or Group With Vocal

Grammy Awards 1988

‱ Where The Streets Have No Name (Single): Best Performance Music Video

Kommerzieller Erfolg

Chartplatzierungen

Album

Singles

| Jahr | Titel | Höchstplatzierung, Gesamtwochen/​‑monate, Auszeichnung Chartplatzierungen Chartplatzierungen [ 28 ] Template:Charttabelle/Wartung/Monatsdaten (Jahr, Titel, , Plat­zie­rungen, Wo­chen/Mo­nate, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen) | Höchstplatzierung, Gesamtwochen/​‑monate, Auszeichnung Chartplatzierungen Chartplatzierungen [ 28 ] Template:Charttabelle/Wartung/Monatsdaten (Jahr, Titel, , Plat­zie­rungen, Wo­chen/Mo­nate, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen) | Höchstplatzierung, Gesamtwochen/​‑monate, Auszeichnung Chartplatzierungen Chartplatzierungen [ 28 ] Template:Charttabelle/Wartung/Monatsdaten (Jahr, Titel, , Plat­zie­rungen, Wo­chen/Mo­nate, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen) | Höchstplatzierung, Gesamtwochen/​‑monate, Auszeichnung Chartplatzierungen Chartplatzierungen [ 28 ] Template:Charttabelle/Wartung/Monatsdaten (Jahr, Titel, , Plat­zie­rungen, Wo­chen/Mo­nate, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen) | Höchstplatzierung, Gesamtwochen/​‑monate, Auszeichnung Chartplatzierungen Chartplatzierungen [ 28 ] Template:Charttabelle/Wartung/Monatsdaten (Jahr, Titel, , Plat­zie­rungen, Wo­chen/Mo­nate, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen) | Höchstplatzierung, Gesamtwochen/​‑monate, Auszeichnung Chartplatzierungen Chartplatzierungen [ 28 ] Template:Charttabelle/Wartung/Monatsdaten (Jahr, Titel, , Plat­zie­rungen, Wo­chen/Mo­nate, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen) | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | Titel | DE | AT | CH | UK | US | IE | Anmerkungen |
| 1987 | With or Without You | DE 7 (19 Wo.) DE | AT 15 (4 Mt.) AT | CH 10 (14 Wo.) CH | UK 4 (19 Wo.) UK | US 1 (18 Wo.) US | IE 1 (7 Wo.) IE | Erstveröffentlichung: MÀrz 1987 Wiedereinstieg in 2017 (1 Woche) |
| 1987 | I Still Haven’t Found What I’m Looking For | DE 13 (15 Wo.) DE | AT 10 (2œ Mt.) AT | CH 18 (9 Wo.) CH | UK 6 (11 Wo.) UK | US 1 (17 Wo.) US | IE 1 (7 Wo.) IE | Erstveröffentlichung: Mai 1987 Wiedereinstieg in 2017 (1 Woche) |
| 1987 | Where the Streets Have No Name | DE 44 (6 Wo.) DE | — | — | UK 4 (6 Wo.) UK | US 13 (14 Wo.) US | IE 1 (7 Wo.) IE | Erstveröffentlichung: August 1987 Wiedereinstieg in 2017 (1 Woche) |
| 1987 | In God’s Country | — | — | — | UK 48 (4 Wo.) UK | US 44 (12 Wo.) US | — | Erstveröffentlichung: November 1987 |
| 1988 | One Tree Hill | — | — | — | — | — | — | Erstveröffentlichung: 1988 nur in Neuseeland und Australien veröffentlicht |

Sowohl das Album als auch die spĂ€ter veröffentlichten Singles besetzten schon kurz nach ihrem Erscheinen weltweit die Spitzen verschiedener Charts. The Joshua Tree erreichte Platz 1 in vielen verschiedenen LĂ€ndern und konnte sich ungewöhnlich lange in den Hitparaden halten. In der Schweiz belegte The Joshua Tree 33 Wochen lang den ersten Platz in den Albumcharts. In Großbritannien blieb das Album fĂŒr 129 Wochen in den Charts und kehrte noch zweimal nach dem Ausscheiden aus den UK Top 40 zurĂŒck. Im Jahr 1992 stand das Album erneut auf Platz 19. 1993 befand es sich noch auf Platz 27.

Dieses „Wiedereintreten“ in die Hitlisten trat nicht nur in den UK Top 40 auf. In den irischen Charts erreichte es nach zwei Konzerten von U2 im Slane Castle noch einmal die Top 5.

Auszeichnungen fĂŒr MusikverkĂ€ufe

The Joshua Tree ist die kommerziell erfolgreichste Veröffentlichung der Band und verkaufte sich Quellen zufolge weltweit ĂŒber 25 Millionen Mal; davon sind 17,3 Millionen Einheiten mit Schallplattenauszeichnungen belegt. Es zĂ€hlt damit zu einem der meistverkauften Musikalben der Geschichte.cite-ref-irishnews-4-1[4] Zehn Millionen StĂŒck davon entfallen auf die Vereinigten Staaten. Außerdem war es das am schnellsten verkaufte Album in der Geschichte Großbritanniens und erhielt bereits 28 Stunden nach seiner Veröffentlichung die erste Platin-Schallplatte. In Deutschland verkaufte es sich ĂŒber eine Million Mal, womit es zu einem der meistverkauften Musikalben des Landes zĂ€hlt.

| Land/Region | Aus­zeich­nung ­en fĂŒr Mu­sik­ver­kĂ€u­fe (Land/Region, Aus­zeich­nung, Ver­kĂ€u­fe) | Ver­kĂ€u­fe |
|---|---|---|
| Argentinien (CAPIF) | Platin | 60.000 |
| Australien (ARIA) | 5× Platin | 350.000 |
| DĂ€nemark (IFPI) | 3× Platin | 60.000 |
| Deutschland (BVMI) | 2× Platin | 1.000.000 |
| Finnland (IFPI) | Gold | 27.965 |
| Frankreich (SNEP) | 2× Platin | 600.000 |
| Hongkong (IFPI/HKRIA) | Platin | 20.000 |
| Italien (FIMI) | Platin | 50.000 |
| Kanada (MC) | Diamant | 1.000.000 |
| Mexiko (AMPROFON) | Gold | 100.000 |
| Neuseeland (RMNZ) | 14× Platin | 280.000 |
| Niederlande (NVPI) | Platin | 100.000 |
| Norwegen (IFPI) | Gold | 50.000 |
| Österreich (IFPI) | 3× Gold | 75.000 |
| Schweden (IFPI) | Platin | 100.000 |
| Schweiz (IFPI) | Platin | 50.000 |
| Spanien (Promusicae) | 3× Platin (1987) + Platin (2001) | 400.000 |
| Vereinigte Staaten (RIAA) | Diamant | 10.000.000 |
| Vereinigtes Königreich (BPI) | 10× Platin (Standard) + Gold (Deluxe-Edition) | 3.100.000 |
| Insgesamt | 5× Gold 47× Platin 2× Diamant | 17.322.965 |


Coverversionen

Der große Erfolg des Albums fĂŒhrte dazu, dass in den folgenden Jahren viele Coverversionen einzelner Lieder erschienen. So veröffentlichten die Pet Shop Boys 1991 Where the Streets Have No Name in einer tanzbareren Version als Where the Streets Have No Name (I Can’t Take My Eyes Off You). Eine Liveversion des Titels von U2 und Bruce Springsteen wurde 1987 aufgenommen. Vanessa Carlton nahm ihn 2004 fĂŒr ihr zweites, allerdings nur in Japan veröffentlichtes Album Harmonium auf. Auch die zweite Single I Still Haven’t Found What I’m Looking For coverten viele KĂŒnstler. Den grĂ¶ĂŸten Erfolg hatte dabei die Gruppe Chimes, die mit ihrer Version 1990 den sechsten Platz der britischen Charts belegte. Im Jahr 2003 veröffentlichen Cher und Bonnie Tyler sie als Coverversion erneut. DarĂŒber hinaus wurde das Lied von Gregorian, einer Gesangsgruppe, die moderne Pop- und Rocksongs im mittelalterlichen Musikstil bearbeitet, vertont. Im deutschen Sprachraum wurde der Song vom Comedy-Duo Badesalz in einer „volkstĂŒmlichen“ Version aufgenommen.

With or Without You, das am zweithĂ€ufigsten gecoverte Lied von U2 ĂŒberhaupt, wurde von Bands wie Keane und Gregorian neu bearbeitet. ErwĂ€hnenswert ist zudem die Liveversion des Liedes, an dem neben U2 auch Sting und Peter Gabriel mitgewirkt haben.

Doch auch in der klassischen Musikszene fand das Album Anerkennung, was sich an den Vertonungen einiger Lieder durch das London Symphony Orchestra, das Royal Philharmonic Orchestra und das Savitri String Quartet zeigt. DarĂŒber hinaus coverte die Thrash-Metal-Band Sepultura das Lied Bullet the Blue Sky auf ihrem Album Roorback (2003).

Literatur

‱ Mark Chatterton: U2 – Die ultimative EnzyklopĂ€die.(If You Still Haven’t Found What You’re Looking For 
). Heel, Königswinter 2005, ISBN 3-89880-404-6.
‱ Colm O’Hare: U2 and the Making of The Joshua Tree. Unanimous Ltd, 2006, ISBN 1-903318-81-5.
‱ Steve Stockman: Walk on. Die geistliche Reise von U2. ASAPH, 2002, ISBN 3-935703-07-4.
‱ Niall Stokes: U2 – Into the Heart. Die Story zu jedem Song. Rockbuch Buhmann & Haeseler, SchlĂŒchtern 2003, ISBN 3-927638-12-9.
‱ Dave Thompson: The Making of U2’s The Joshua Tree. CG Publishing Inc., 1996, ISBN 1-896522-30-0.
‱ U2 – Joshua Tree. Music Sales Ltd. ISBN 0-7119-1315-3 (Musiknoten: Gitarre, Tabulatur).
‱ Mark Wrathall: U2 and Philosophy. Open Court Publishing, Chicago Ill 2007, ISBN 0-8126-9599-2.

Weblinks

‱ Diskografie-Eintrag auf U2 Wanderer – Details zu verschiedenen Editionen, Covern, Songtexten und mehr.
‱ In God’s Country: Die Musik, die The Joshua Tree inspiriert hat – eine spezielle Zusammenstellung von KĂŒnstlern, die nach Aussage der Band Einfluss auf den Klang des Albums hatten.
‱ Akkorde und Tabulatur fĂŒr Gitarre
‱ Hörbeispiele bei AllMusic (englisch)

Einzelnachweise

cite-note-pond-11. ↑ vgl. Steve Pond: The Joshua Tree Review; Rolling Stone Magazine; 9. April 1987 (Memento vom 23. Februar 2007 im Internet Archive)
cite-note-22. ↑ Rolling Stone: The RS 500 Greatest Albums of All Time (Memento des Originals vom 22. Juni 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rollingstone.com
cite-note-33. ↑ BBC – BBC Radio 2’s Sounds of the 80s reveals U2’s The Joshua Tree voted ultimate album by listeners for National Album Day – Media Centre. Abgerufen am 11. Oktober 2020.
cite-note-irishnews-44. ↑ 25th Birthday Of U2's Joshua Tree Album | News | The Irish News. 2. November 2013, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 2. November 2013; abgerufen am 12. Juli 2021. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.irishnews.com
cite-note-55. ↑ Adam Clayton auf der DVD The Joshua Tree, 1999, TDK Mediaactive in der Serie Classic Albums. “I think for us at that time 
 we felt very disconnected with what was happening musically I mean it was 
 the time of synthesizer pop and I think 
 new wave as the Americans refer to it hadn’t really hit in America but 
 I think maybe A Flock of Seagulls were around 
 so there’d been a little bit of experimentation sonically.”
cite-note-66. ↑ Tim Darling zu Edge’s Delaytechnik
cite-note-stokes-77. ↑ Niall Stokes: The World About Us. Hot Press, 26. MĂ€rz 1987.
cite-note-88. ↑ Brian Eno auf der DVD The Joshua Tree, 1999, TDK Mediaactive in der Serie Classic Albums
cite-note-atlantic-99. ↑ Benjamin Schwarz: Dirty Hands. The success of U.S. policy in El Salvador -- preventing a guerrilla victory -- was based on 40,000 political murders. Buchrezension zu William M. LeoGrande: Our own Backyard. The United States in Central America 1977–1992. in: The Atlantic, Dezember 1998.
cite-note-1010. ↑ Anthony Lewis: Abroad at Home; Fear Of the Truth. The New York Times, 2. April 1993.
cite-note-1111. ↑ Bono in Cactus World View von Adrian Thrills, New Musical Express, 14. MĂ€rz 1987 “I was interested in the miners’ strike politically, but I wanted to write about it on a more personal level. A cold statistic about a pit closure and redundancies that follow is drastic enough on one level, but it never tells the full human story. I wanted to follow the miner home and write about that situation in the song.”
cite-note-1212. ↑ The Edge auf der DVD The Joshua Tree, 1999, TDK Mediaactive in der Serie Classic Albums “[
] about the cinematic aspect of music where 
 where music can actually evoke a landscape and a place and
 can really bring you there.”
cite-note-1313. ↑ DVD The Joshua Tree, 1999, TDK Mediaactive in der Serie Classic Albums
cite-note-1414. ↑ Daniel Lanois auf der DVD The Joshua Tree, 1999, TDK Mediaactive in der Serie Classic Albums “I’ve always liked gospel music and 
 I encouraged Bono to take it to that place which he did. It was very, a very non – U2 thing to do at that time 
 to go up the street of gospel, but I think it opened a bit of a door for them.”
cite-note-cocks-1515. ↑ Jay Cocks: Band on the Run. Time Magazine. 27. April 1987
cite-note-1616. ↑ Bono auf der DVD The Joshua Tree, 1999, TDK Mediaactive in der Serie Classic Albums “I think The Joshua Tree is not Irish in any of the obvious senses 
 but in a much less 
 in a much more mysterious way, it’s very Irish. The ache and the melancholy is uniquely Irish.”
cite-note-1717. ↑ Daniel Lanois auf der DVD The Joshua Tree, 1999, TDK Mediaactive in der Serie Classic Albums “he’s singing at the top of his range and 
 there’s something very compelling, y’know, about somebody pushing themselves 
 it’s like hearing like Aretha Franklin almost.[
]”
cite-note-1818. ↑ Bono auf der DVD The Joshua Tree, 1999, TDK Mediaactive in der Serie Classic Albums “[
] there’s a place called Ballymun the 7 Towers 
 and Ballymun was a 
 kind of built in our back garden and we used to play there as kid. That’s where the biggest drug problem was.”
cite-note-u2faq-1919. ↑ U2faqs.com – Geography FAQ (Memento vom 23. Dezember 2007 im Internet Archive)
cite-note-2020. ↑ Robert Hilburn: I Will Follow To One. Los Angeles Times. 12. September 1993 “Bono: The approach was influenced by the poetry of the Psalms, which I always love. To me, it’s a lot like the blues – where man was giving out to God. It’s like David giving out to God „Where are you when I need you?“ That whole thing.”
cite-note-2121. ↑ Psalms – New Revised Standard Version (Memento vom 4. Januar 2003 im Internet Archive)
cite-note-2222. ↑ Anton Corbijn auf der DVD The Joshua Tree, 1999, TDK Mediaactive in der Serie Classic Albums “[
] he came down with the Bible [
] and 
 Iooked it up in the Bible and he meant a lot to him and 
 he thought it should be probably a title for an album [
]”
cite-note-2323. ↑ Dave Thompson: The Making of U2s The Joshua Tree, 1996, S. 9, „We stopped off the road“, Bono recalled, „and we went out and we were shooting this landscape with the Tree, and we just got back on the bus and drove off. Then somebody thought, ‚God, say you ever want go back to that Tree? Or other people might go looking for the Tree.‘ And then we thought,’no, better that people can’t find it, or else some guy will arrive with it at a gig. ‚Bono, I’ve got the Tree!‘“
cite-note-2424. ↑ Michelle Geslani: U2’s Joshua tree has been vandalized. Consequence of Sound, 25. Februar 2015, abgerufen am 14. Mai 2015.
cite-note-2525. ↑ Michelle Geslani: A good samaritan repaired U2’s Joshua Tree. Consequence of Sound, 11. Mai 2015, abgerufen am 14. Mai 2015.
cite-note-morse-2626. ↑ vgl. Steve Morse: U2’s ‚The Joshua Tree‘: A spiritual progress report; Boston Globe; 8. MĂ€rz 1987
cite-note-2727. ↑ Karolina Mac: Der historische Verriss: “The Joshua Tree” von U2. In: uDiscover Germany. 9. MĂ€rz 2020, abgerufen am 6. Juli 2021 (amerikanisches Englisch).
cite-note-charts-281. Chartquellen: DE IE AT CH US UK
cite-note-292. Jahrescharts 1987 in Deutschland. In: offiziellecharts.de. Abgerufen am 6. August 2024.
cite-note-303. Jahrescharts 1987 in Österreich. In: austriancharts.at. Abgerufen am 6. August 2024.
cite-note-314. Jahrescharts 1987 in der Schweiz. In: hitparade.ch. Abgerufen am 6. August 2024.
cite-note-325. Jahrescharts 1988 in Österreich. In: austriancharts.at. Abgerufen am 6. August 2024.